Münzcheck Der Blog über Neuigkeiten und Bewertungstipps von Münzen

13Jul/112

10 Euro – 500 Jahre Till Eulenspiegel

Till Eulenspiegel

Till Eulenspiegel

Update [13.07.2011] Wie heute bekannt wurde, beträgt der Ausgabepreis für die Silbermünze (625er Silber-Legierung) in Spiegelglanzausführung 19,68 Euro. Der Ausgabetermin der Silberedition wurde nicht verändert (14. Juli 2011). Ein Termin für die Kupfer-Nickel-Ausgabe ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Die Kupfer-Nickel-Ausgabe (Normalprägung erscheint am 15. Dez. 2011 [Update Ende]

Am 14. Juli 2011 erscheint die dritte 10 Euro Münze mit dem Thema 500 Jahre Till Eulenspiegel in Deutschland. Die Münze wird in der Stempelglanzausführung in einer Kupfer-Nickel-Legierung zu einem späteren Zeitpunkt zum Nennwert ausgegeben. Die Spiegelglanz-Version erscheint wieder in 625 tausendteilen Silber (375 tausendteile Kupfer). Der Ausgabepreis der Spiegelglanz-Version richtet sich nach dem Silberkurs des Vortages zuzüglich eines Preisaufschlages in Höhe von 10 Euro.

Der Entwurf der Münze stammt von Friedrich Brenner und zeigt Till Eulenspiegel.  Die Randschrift lautet "SO BIN ICH DOCH HIE GEWESEN".

Auf der Wertseite der Spiegelglanzausgabe ist zudem der Schriftzug "SILBER625" eingerpägt und unterscheidet damit die Kupfer-Nickel-Stempelglanzausgabe von der Silber-Spiegelglanzausgabe.

Fakten zur Münze:

  • Durchmesser: 32,5mm
  • Randschrift: SO BIN ICH DOCH HIE GEWESEN
  • Prägestätte: München (D)
  • Ausgabetermin:14. Juli 2011 (Normalprägung 15. Dez. 2011)
  • Exemplare: voraussichtlich 2.000.000 Stempelglanz in Kupfer-Nickel-Legierung (zu einem späteren Zeitpunkt) ; 200.000 Spiegelglanz mit 625er Silber (zum 9. Juni 2011)
  • Gewicht: 16 Gramm (Spiegelglanz)

Hintergrund zum Entwurf

Die Jury schreibt in ihrer Entscheidung für diese Münze:

"Der Verfasser hat sich zur Ideenfindung für besonders prägende Charaktereigenschaften Eulenspiegels entschieden. Diese liegen durchaus in der Gebrochenheit der Gestalt, in der Ambivalenz von Gedrücktheit und Bedrückung, in einer gehörigen Portion an Bosheit, List und aggressiver Verweigerung. Eulenspiegel repräsentiert durchaus auch die unsoziale Kehrseite der menschlichen Natur, er verrät, macht sichtbar, was sich gerne tarnt oder versteckt. Als Figuration des Eigensinns deckt er die ganze Bandbreite zwischen Bösewicht und Schelm ab. Eine gebückte Gestalt, asymmetrisch im Rund der Münze nach hinten grinsend. Die Schrift verläuft im Rücken Eulenspiegels am halben Randkreis entlang. Eine dynamische Komposition, die mit dem Münzkreis thematisch und formal eine Einheit bildet.

Die Wertseite ist im Zusammenhang mit der Bildseite komponiert: Die Schrift verläuft auch halbseitig mit den Sternen am Rand; die Wertangabe waagerecht neben dem Adler, der passend zur Eulenspiegelfigur geschwungen ist und seine Flügel in klassischer Gestalt spreizt. Insgesamt eine moderne Komposition, die sich dem Beschauer schnell und eindrücklich erschließt, gleichzeitig aber viele Fragen stellt, wie die literarische Figur Till Eulenspiegels seit 500 Jahren."

Hintergrundwissen zu Till Eulenspiegel

Noch heute benutzen wir den Begriff „Eulenspiegelei“ wenn uns jemand einen Streich spielt. Der Schabernack ist dann meist
listig-intelligenter Prägung – genau so, wie sein Namensgeber der Überlieferung nach gewesen sein soll. Denn die mittelalterlichen Geschichten sind zwar voll von Narren, Betrügern, Lästermäulern und Possenreißern, aber nur der knitze „Ulenspiegel“ hat den Sprung ins kollektive Gedächtnis der Neuzeit geschafft. Till Eulenspiegels Streiche ergeben sich oft daraus, dass er eine bildliche Redewendung wörtlich nimmt. Für die beliebte Figur war dies aber keine Narretei, sondern ein Vehikel, um die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen bloßzustellen und die Missstände seiner Zeit aufzudecken. Äußerlich ein Narr, ist Eulenspiegel seinen Mitmenschen an Geist, gesundem Menschenverstand und Durchblick überlegen.

Das 500-jährige Jubiläumsdatum der Münzausgabe bezieht sich nicht auf die historische Figur, sondern auf die älteste erhaltene Fassung des Schwankromans. Als Verfasser gilt der Braunschweiger Vogt und Chronist Hermann Bote. Das Buch wurde bereits im 16. Jahrhundert nicht nur in Deutschland gelesen, sondern in viele europäische Sprachen übertragen, darunter Italienisch, Französisch, Englisch und Polnisch. Bis heute sind die Geschichten von Till Eulenspiegel in 280 Sprachen übersetzt worden. Das hinterlässt Spuren. So leitet sich das französische Wort „espiègle“ für „schelmisch“ von Eulenspiegel ab.

Der zusammengesetzte Name lässt Interpretationen zu. Eule kann für Weisheit stehen, der zweite Teil für „jemandem einen Spiegel vorhalten“. Mitunter eine ganz andere Deutung sehen Sprachforscher, die das mittelalterliche Wort „ulen“ als „wischen“ übersetzen. Und „Spiegel“ steht in der Jägersprache heute noch für Gesäß. So könnte es sein, dass Eulenspiegel vorweg nahm, was Goethe ein paar hundert Jahre später in seinem berühmten Götz-Zitat noch weitaus deutlicher verarbeitete.

Quelle: VfS und Pressedienst Numismatik

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